Nicht alles lässt sich
durch eine Erklärung lösen.
Wir leben in einer Zeit, in der für vieles eine Erklärung verfügbar scheint. Auch Gefühle sollen möglichst verstanden, eingeordnet und damit beherrschbar werden. Als müsste das, was wir empfinden, einer nachvollziehbaren Logik folgen.
Doch eine Erklärung nimmt einer Erfahrung nicht unbedingt ihre Schwere. Wir können vieles über uns wissen – und trotzdem Angst haben, leiden, zweifeln oder uns innerlich verloren fühlen.
Was bedeutet tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nimmt ernst, dass menschliches Erleben nicht immer eindeutig ist. Nicht alles lässt sich sofort benennen, einordnen oder auf eine einzelne Ursache zurückführen.
In der Therapie entsteht Raum, dem eigenen Erleben zu begegnen, ohne vorschnell eine Erklärung dafür finden zu müssen. Auch Widersprüche, Unsicherheit und zunächst Unverständliches dürfen dabei ihren Platz haben.
Der Mensch ist mehr als seine Diagnose.
Eine Diagnose kann etwas benennen und Orientierung geben. Aber sie erzählt noch nichts über den Menschen selbst – über seine Geschichte, seine Beziehungen, seine Erfahrungen und darüber, wie er das, was ihn belastet, erlebt.
Und eine Bezeichnung allein nimmt weder Schmerz noch Leid. In der Psychotherapie steht deshalb nicht die Diagnose im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seiner eigenen Geschichte und seinem ganz persönlichen Erleben.
Warum ist die therapeutische Beziehung so wichtig?
Psychotherapie findet nicht nur im Gespräch, sondern in einer besonderen Beziehung zwischen zwei Menschen statt. Sie unterscheidet sich von den meisten Beziehungen unseres Alltags: Hier muss niemand eine bestimmte Rolle erfüllen oder bestimmten Erwartungen entsprechen.
Auch Schweigen, Nähe und Distanz, unterschiedliche Gefühle oder das, wofür zunächst keine Worte da sind, dürfen ihren Platz haben. Die therapeutische Beziehung bietet einen geschützten Rahmen, in dem all das gemeinsam wahrgenommen und ausgehalten werden kann.
So kann Therapie zu einem Ort werden, an dem nicht nur über Erfahrungen gesprochen wird, sondern etwas auch anders erfahren werden kann.
Wenn etwas im Leben zunehmend schwer wird.
Psychisches Leiden zeigt sich nicht immer eindeutig. Manchmal tritt es als Angst, Erschöpfung oder depressive Stimmung in den Vordergrund. Manchmal wird es eher in Beziehungen spürbar, in körperlichen Beschwerden, in wiederkehrender innerer Anspannung oder in dem Gefühl, den Zugang zu sich selbst zu verlieren.
Nicht immer lässt sich genau sagen, was eigentlich nicht mehr geht. Oft ist zunächst nur spürbar, dass etwas belastet, schmerzt oder im bisherigen Leben keinen guten Platz mehr findet. Auch das kann ein Anlass sein, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Diese Begriffe können beschreiben, wie psychisches Leiden sichtbar wird. Was sie für einen einzelnen Menschen bedeuten, lässt sich jedoch nicht aus einer Bezeichnung ableiten.
Ein erstes Gespräch
Im Erstgespräch können wir gemeinsam schauen, was Sie zu mir führt und ob eine psychotherapeutische Zusammenarbeit für Sie passend sein könnte. Sie müssen dafür weder bereits wissen, was „mit Ihnen los ist“, noch Ihr Anliegen genau formulieren können.