Entwicklung verstehen,
nicht nur Testergebnisse erfassen.
Diagnostik bedeutet für mich mehr als das Erfassen einzelner Testergebnisse. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Verständnis des Kindes oder Jugendlichen – seiner kognitiven Fähigkeiten, emotionalen Verarbeitung, Aufmerksamkeit, seines Verhaltens sowie seiner individuellen Stärken und Ressourcen.
Eine sorgfältige Diagnostik kann helfen, Besonderheiten und Belastungen differenziert einzuordnen und eine Orientierung für die nächsten Schritte zu gewinnen.
Das Kind im Zusammenhang seiner Entwicklung.
Ein Testergebnis für sich allein erklärt noch nicht, warum ein Kind Schwierigkeiten hat oder was es braucht. Deshalb werden diagnostische Befunde nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit seiner bisherigen Entwicklung, seinem familiären Umfeld und seiner aktuellen Lebenssituation.
Entscheidend ist das Gesamtbild: Wie lassen sich unterschiedliche Beobachtungen miteinander in Beziehung setzen? Wo zeigen sich Schwierigkeiten – und wo Fähigkeiten, auf die das Kind zurückgreifen kann?
Diagnostik als Teil meiner bisherigen klinischen Arbeit
Der Schwerpunkt meiner heutigen Tätigkeit liegt in der Psychotherapie. Die psychologische und neuropsychologische Diagnostik von Kindern und Jugendlichen hat jedoch viele Jahre meiner klinischen Arbeit geprägt.
Dabei habe ich immer wieder erlebt, wie belastend es für Eltern sein kann, wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, sich anders entwickelt als erwartet oder sein Verhalten Fragen aufwirft – und zunächst unklar bleibt: Was geschieht mit meinem Kind? Wie lässt sich das, was wir beobachten, verstehen? Und was braucht es möglicherweise?
Diese langjährige diagnostische Erfahrung möchte ich deshalb auch heute Eltern und ihren Kindern zur Verfügung stellen, wenn sie dabei helfen kann, mehr Klarheit über die Situation des Kindes zu gewinnen.
Neuropsychologische Diagnostik und entwicklungsorientierte Förderung
Die neuropsychologische Diagnostik richtet den Blick auf das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Motorik, Verhalten und emotionaler Verarbeitung.
Meine fachliche Prägung in diesem Bereich geht unter anderem auf die russische neuropsychologische Tradition zurück, die insbesondere mit den Arbeiten Alexander Lurias verbunden ist und die Entwicklung der Neuropsychologie international wesentlich mitgeprägt hat.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner langjährigen klinischen Arbeit mit Kindern lag auf entwicklungsorientierten neuropsychologischen Verfahren. Dabei werden gezielt auch Bewegung, Körperwahrnehmung und sensomotorische Übungen einbezogen. Oft sind es äußerlich sehr einfache Übungen – ihre Auswahl, Reihenfolge und Anpassung an das einzelne Kind erfordern jedoch eine differenzierte neuropsychologische Einschätzung.
Auf diese Weise können Entwicklungsprozesse unterstützt und das Zusammenspiel verschiedener psychischer Funktionen – etwa Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Selbstregulation und motorische Koordination – gezielt gefördert werden.
Welche Fragen können Anlass für eine Diagnostik sein?
Nicht immer beginnt Diagnostik mit einer bereits klar formulierten Fragestellung. Manchmal beobachten Eltern, Erzieherinnen oder Lehrkräfte Schwierigkeiten in bestimmten Bereichen.
Manchmal besteht zunächst nur das Gefühl, dass etwas in der Entwicklung des Kindes nicht ganz stimmig erscheint, ohne dass bereits klar ist, woran es liegt.
Was bleibt nach der Diagnostik?
Meine diagnostische Arbeit ist stärker qualitativ als rein quantitativ ausgerichtet. Standardisierte Verfahren und ihre Ergebnisse sind wichtige Bestandteile der Untersuchung. Entscheidend ist für mich jedoch, was sich aus den verschiedenen Befunden und Beobachtungen für das Verständnis des einzelnen Kindes ergibt.
Die Ergebnisse werden anschließend ausführlich mit den Eltern besprochen. Daraus können konkrete Empfehlungen und mögliche Wege gezielter neuropsychologischer Förderung entstehen.
Wenn sich Fragestellungen zeigen, die eine weitere medizinische, kinder- und jugendpsychiatrische, neurologische oder andere fachliche Abklärung erfordern, empfehle ich eine entsprechende Vorstellung bei spezialisierten Kolleginnen und Kollegen oder anderen Fachstellen.
Ein erstes Gespräch
Wenn Sie unsicher sind, ob eine diagnostische Abklärung für Ihr Kind sinnvoll sein könnte, können wir zunächst gemeinsam besprechen, welche Fragen Sie beschäftigen und welche Form der Diagnostik passend sein könnte.